Goldimplantation Makrophagen Goldionen Schmerzlinderung

Hilfreiche Fresser: Makrophagen

Sie haben sich für eine Goldimplantation an einem schmerzenden Gelenk entschieden? Sie sind gut informiert, wie die millimetergroßen kleinen Feingoldstifte bei ihnen eingesetzt werden. Nun fragen Sie sich wahrscheinlich, was denn diese Mini-Goldstifte an Ihrem Gelenk veranlasst, Ihnen die Schmerzen und Entzündung zum Teil oder gänzlich zu nehmen?

Was macht das Gold an diesen Stellen? Auf welche Art kann es hilfreich sein? Das sind kluge Fragen, mit der sich schon einige Wissenschaftler beschäftigt haben. Die Wahrheit ist, dass es für eine genaue Wirkweise der Goldstifte naturwissenschaftliche Ideen gibt und einige Studien, die diese Ideen und Beobachtungen bestätigen.

Mehrere Studien zur Goldwirkung

In einer ersten Studie zur Goldimplantation (2002) belegte Prof. Gorm Danscher (ehem. Prof. für Neurobilogie an der Univerität Aarhus) eindeutig, dass Goldionen aus Goldimplantaten freigesetzt werden und von den umgebenden Zellen wie zum Beispiel Makrophagen, Mastzellen und Fibroblasten sozusagen „gefressen“ werden. Dort reduzieren sie überschießende Entzündungsreaktionen.

Weitere Studien folgten (2008 - 2012) und mittlerweile gehen Forscher davon aus, dass die Makrophagen an die Goldimplantate andocken und sich dabei Goldionen aus den feinen Implantaten herauslösen. Diese werden dann von den Makrophagen und Granulozyten in Teamarbeit aufgenommen und verarbeitet. Prof. Danscher beobachtete, dass die großen Fresszellen die Entzündungsreaktionen hemmen und Gewebsschwellungen (Ödeme), die durch Mastzellen ausgelöst werden, durch ihre Tätigkeit unterdrücken können. Sie beseitigen die Schwellung und lösen den Schmerz auf.

Erste Garde gegen Krankheitserreger: Makrophagen

Phagozyten sorgen dafür, dass im Gewebe weniger Entzündungsbotenstoffe aktiviert werden und sie scheinen das Immunsystem auf Trab zu bringen. Es gibt mehrere Arten und eine davon sind die Makrophagen, übersetzt: „Große Fresser“. Eine andere Art heißt Fibroblasten und beide gehören zu den „Phagozyten“, den weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die Erregerabwehr lebenswichtig sind. Sie haben die Fähigkeit, Partikel, Mikroorganismen und Flüssigkeiten aufzunehmen und im Zellinnern zu verdauen. Phagozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort unseres Körpers. Diese fleißigen Helfer sind schon bei unserer Geburt vor Ort, um Unheil abzuwenden: Sie gehören zum unspezifischen, angeborenen Immunsystem, das außerdem noch eine weitere Abteilung hat, die „spezifisches, erworbenes Immunsystem“ heißt.

Fleißige Helfer

Ständig dringen Krankheitserreger in unseren Körper ein. Fast alle erledigt unser Immunsystem von uns unbemerkt. Makrophagen sind schlau und patrouillieren ständig im Blut. Sie erkennen feindliche Viren oder Bakterien an ihren Oberflächen. Sie fressen sie auf und die Überbleibsel der Feinde werden als Botenstoffe freigesetzt für die Kollegen Granulozyten, die zu Hilfe eilen. Das sind Phagozyten, die die Reste der Erreger durch Gift zerstören.

Diese Zellen schließen die Krankheitserreger ein und „verdauen“ sie. Überreste der Erreger wandern an die Oberfläche der Fresszellen und werden schnell vom erworbenen Abwehrsystem (Spezifisches Immunsystem, Helferzellen) erkannt.

Neben den Fresszellen gibt es weitere Abwehrzellen. Diese geben Stoffe ab, die Bakterien und andere Erreger abtöten. Im Verlauf der Abwehrreaktion sterben die Erreger, aber auch Gewebe- und Abwehrzellen ab und zerfallen.

Forschung geht weiter

Sind Ihre Fragen beantwortet? Die wissenschaftliche Erforschung ist auch im Jahr 2020 noch nicht abgeschlossen. Und es wird interessant sein, was die Forscher in Studien zur Wirkung der Goldimplantate und der Aufgabe der Makrophagen noch herausfinden werden!